Dieses Startup hält Apple stand!

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Die Startup Geschichte von Figo liest sich schon fast so spannend wie ein Roman: von anfänglichem Hoch zum krassen Absturz zurück an die Spitze. Wir finden, dass diese Geschichte es wert ist erzählt zu werden – weil sie zeigt, dass selbst harte Rückschläge von Großkonzernen wie Apple noch nicht den Untergang einer Geschäftsidee bedeutet. Stattdessen muss man manchmal nur ein bisschen umsortieren. Also von vorne.

Figo soll eigentlich zu Beginn eine Banking-App werden. Markus Lüdemann – einstiger Gründer von Figo – hat nämlich 2012 erkannt, dass Banken mit ihren Apps kaum über Funktionen wie Überweisungen hinaus kommen. Um das persönliche Finanzmanagement also endlich bequem auf dem Smartphone verwalten zu können, wurde die finance-to-go App – kurz Figo – ins Leben gerufen. Die Grundidee dabei: Figo soll dem Nutzer die Verwaltung über das Konto mehr oder weniger abnehmen. Kontobewegungen sollten für den Monat zusammengefasst und der Nutzer bei vorher definierten Grenzüberschreitungen informiert werden. Klassisches Beispiel: der Kontostand fällt in den Minusbereich. Kurz gesagt also eine vorausschauende Budgetkontrolle zur Verwaltung von beliebig vielen Kontotypen.

Von Anfang an bekommt das Ganze extrem positives Feedback. Schon während der Vorbereitungsphase werden Figo Innovationspreise überreicht und auch sonst profitiert das Startup von positiven Medienberichten. Wo der Haken ist? Die App wird speziell für das iPhone entwickelt. Und kurz nach dem Launch im App-Store schreibt Apple zwar erst nur eine Mail  mit einem Verweis auf Richtlinien-Verstöße schmeißt im Anschluss dann die App aber gleich ganz aus dem Store raus. Und damit nicht genug: zusätzlich wird der Entwickler-Account des Startups mit einem Jahr Sperre belegt.

In den darauf folgenden Monaten steht das Unterfangen natürlich ordentlich auf der Kippe. Es gibt mehr als eine hitzige Diskussion über die nächsten Schritte: Lüdemann will unbedingt an der bisherigen Geschäftsidee festhalten, wird aber letztendlich überstimmt. Daraufhin verlässt er das Unternehmen, Bajorat übernimmt das Ruder und Rahlfs steigt als Fachmann für Finanzen mit ein. Neues Ziel: statt der einzig auf Endkunden abzielenden Funktion soll jetzt der Business-Bereich im Fokus stehen.

Aus den schon bestehenden technischen Überresten wird jetzt eine offene Banking-Plattform erstellt. In anderen Worten: wir sehen als Ergebnis sozusagen eine „Dropbox für Finanzen“. Die Schnittstelle liefert hierbei die „Figo Connect API“, mit der es ohne viel ZippZapp möglich ist jede App mit Banking-Funktionen auszustatten. So ist der Zugriff auf Umsätze, Überweisungen, Lastschriften oder eine Hinterlegung von Kreditkarten ganz einfach gemacht. Die Vorzüge sind dabei ganz klar: Partner sparen sich erheblich Zeit im Entwicklungsaufwand und müssen gar nicht erst so tief in die Finanzwelt abtauchen um mit dem eigenen Vorhaben weiterzukommen.

Den nächsten großen Vorteil, den Figo hat: Banken hängen dem modernen Zeitalter stark hinterher. Sie sind in ihrem Angebot weder schnell noch innovativ und damit bleibt die Infrastruktur in ihrem mittlerweile maroden Zustand. Kunden werden sich so langfristig gesehen neu orientieren und aus deswegen kann eine App wie Figo die Rettung für die klassische Bank sein. Geld verdienen lässt sich damit als Schnittstelle zwischen Banken und den neuen Finanzdiensten.

Und soweit läuft es mit diesem Ansatz gar nicht übel für Figo. Gerade erst hat das Startup den 5.000 Euro Scheck beim Startup-Wettbewerb der Bitkom im Bereich „Finanztechnologie“ gewonnen. Und auch in puncto Kundenkreis hat sich Figo mit der Schweizer Großbank UBS den ersten Big Player ins Boot geholt. Außerdem kommen mittlerweile um die 450 Entwickler, 40 Partner und ein beständig zunehmendes Nutzerwachstum um das Fintech-Startup zusammen. Dieses Jahr soll dann auch die Millionen geknackt werden – bei so viel Durchhaltevermögen drücken wir die Daumen!

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